Algorithmen, Geschichten und Publikum

Wie stehen Algorithmen zwischen Ihren Geschichten und Ihrem Publikum? Seit 2009 beschäftige ich mich intensiv mit Storytelling in der Beratung und als Lehrvortragende. Digital und Social haben seit damals Riesenfortschritte in unser Leben gemacht und daher müssen wir uns auch mit den Begleiteffekten für das Storytelling auseinandersetzen.

Die ursprüngliche Vision Internets war es, eine offene Bühne zu bieten, auf der Menschen ihre Stimme teilen und gehört bzw. gesehen werden können. Heute sind wir einen entscheidenden Schritt weiter. Aber wie stehen Algorithmen heute zwischen ihren Geschichten und dem Publikum? Die „Torwächter“ waren früher Verleger und Redakteure, heute stehen Algorithmen zwischen ihren Stories und den Rezipienten. Algorithmen bestimmen auf allen Plattformen was wir sehen. Facebook, LinkedIn, Instagram, Tripadvisor, Amazon „basieren“ auf Algorithmen und den möglichst relevanten Ergebnissen, die sie bringen. Ein Zeichen unserer Zeit ist es daher, dass sich Geschichten auch – wenigstens zu einem bestimmten Grad – den Regeln der Algorithmen der Plattform anpassen müssen, um erfolgreich sein zu können.

Das drei Herausforderungen mit sich:

  1. Auffindbarkeit

Sie müssen die richtige Optimierung in Ihrer Geschichte einbauen, um die „Aufmerksamkeit“ der Algorithmen zu gewinnen, damit sie Ihre Geschichten dem Publikum überhaupt nahebringen.

Wenn Sie einen Blog-Beitrag schreiben, müssen Sie ein Gleichgewicht zwischen hochinteressantem Inhalt und einer SEO-freundlichen Strategie für Ihren Titel und Text finden. Wenn sie ihre Inhalte in sozialen Medien veröffentlichen, müssen Sie Ihre Inhalte so optimieren, das Sie die richtigen Schlüsselwörter, die richtigen Hashtags, die richtige Einflussnahme, Texte in überzeugende Videos oder Bilder umwandeln, spannende Fragen, Veröffentlichungszeiten und -häufigkeit, weniger verkaufsfördernde Inhalte und viele andere Taktiken testen.

  1. Warum stehen Algorithmen zwischen Ihren Geschichten und Ihrem Publikum?

Das Internet hat einen Echoraum-Effekt. Es ist das Hauptziel von Social-Media-Algorithmen, das Engagement und ihre Verweildauer in ihren Netzwerken zu erhöhen, um Werbeeinnahmen zu steigern.

Daher gehen die Algorithmen jedes Mal, wenn Sie auf ein YouTube-Video oder einen Post auf Facebook klicken davon aus, dass „Wenn Ihnen diese niedlichen Katzenvideos gefallen, dann haben wir eine Menge anderer Katzenclips, die wir Ihnen zeigen können“ und bieten Ihnen verwandte Inhalte an – was im schlimmsten Falle dazu führt, dass Ihr Feed wie ein internationales Katzenfest aussieht. #justjoking

Dieser Echokammer-Effekt erzeugt quasi riesige Themenpools mit verwandten Inhalten, die Sie von anderen Inhalten wegführen, die Sie vielleicht interessant finden. Vergessen Sie den glücklichen Zufall des Inhalts. Wenn Sie es den Algorithmen überlassen, werden Sie in den, für Sie vorhergesehenen Bahnen „fahren“, mit Ihren „Scheuklappen“, die Ihre Sicht auf einen einzigen Inhalt beschränken. Wir sehen dieses Problem speziell im Zusammenhang mit politischen Inhalten, die die Meinungen der Menschen gefährlich bis zum Äußersten verformen.

  1. Digital Ermüdung

Wir Menschen sind mittlerweile durchaus digital überfordert. Hineingezogen in eine unendliche Aufmerksamkeitsschleife. Hersteller wie Apple  und Microsoft  reagieren bereits auf diese Phänomene und liefern wöchentliche Bildschirmnutzungsberichte und eine Reihe anderer technischer „Digital Detox-Applikationen“, um unsere digitale Zeit besser kontrollieren zu können.

Im Storytelling „in days of Algorithms“ geht es digital um eine feine Balance zwischen der Optimierung der Inhalte und der Beibehaltung von Kreativität und Authentizität. Es liegt an uns, ob und wie Algorithmen effektiv nutzen und gleichzeitig Relevanz beim Publikum entwickeln.

 

 

 

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