Xmas-Storytelling 2019

Lebensmittler lieben Weihnachten und epische Weihnachtsspots. Schon im letzten Artikel habt ihr Edeka und Billa „serviert“ bekommen, hier geht es nun munter weiter. Zum Durchschnaufen gibt´s auch Weihnachtsgefühle aus anderen Branchen…

Weihnachten wie Kinder feiern

…das rät uns Penny. Sie haben in ihrem Weihnachtsspot – der auch in Österreich durchgeschalten wurde – thematisiert, dass wir uns möglichst lange das Gefühl bewahren sollten, Weihnachten wie ein Kind zu erleben. Aus Storytelling-Sicht, wenig Konflikt, eher wenig Positionierungsbezug der nur durch „Weihnachten ist für alle“ hereinkommt. Aber einen guten Tränchenfaktor zwischen 1 bis 5 von 3. Und: Wer steht nicht auf Alphaville „Forever Young“.

Bleiben wir im LEH (Lebensmitteleinzelhandel) und schauen wir ins „Kuchelkäschtli“ der Schweizer:

Füreinander da sein

Im Spot der Migros verirrt sch eine kleine Eule in den Christbaum einer Familie. Sie wird eingefangen und dieTochter der Familie der kleinen Eule fliegen zu lernen. Mit viel Geduld und kleineren Unfällen schaffen es die beiden. Der Preis: Die Eulenfreundin fliegt davon. Tränchenfaktor: 1, eindeutig (von 1-5). Die Auf-/Erlösung: Das kleine Mädchen ist unendlich traurig ohne ihre Eulenfreundin, bis diese …
Seht selbst.
„Füreinander da sein“ ist die Message, die Migros uns (auch für eine Spendenaktion) mitgeben mag. Klappt. Storytelling ist fein inkl. Konflikt – zart aber doch. Das LEH-Thema ist allerdings nur bedingt mit drinnen. Ich frag mich ja: Warum nur? Kann man so wenig über Essen, Lebensmittel, Familie sagen… hm?

 

Weihnachten ist für Elfen harte Arbeit

Nochmals ab in die Schweiz! Wir sehen einen magischen Spot von Manor, dem eh-alles Händler. Kleine Weihnachtselfen rackern sich hier ab, um alle Haushalte für Weihnachten fertig zu machen. Alle, bis auf einen. Denn bei einem jungen Paar ist nichts fertig, da sie gerade Eltern geworden sind. Und die Elfen werden von einem überfürsorglichen Storch hinausgeworfen. Klar, die Elfen geben nicht auf, seht selbst… Ein subtiler Konflikt, der zeigt wie schnell in unserem sehr hektischen Alltag wichtige Ereignisse verdrängt werden. Und: Hier ist auch der Händler einwandfrei platziert. Kann man fad finden, macht aber Sinn 😉

Na geht ja.

Und einmal geht´s noch: Schweiz die Dritte. Bei Coop beobachtet eine Ansagensprecherin im Supermarkt einen jungen Mann beim Einkaufen und verliebt sich in ihn – und er in ihre Stimme. Über subtil gestaltete Durchsagen lenkt sie seine Einkäufe und motiviert ihn zum Kochen. Als er es wirklich bereits gut kann – just zu Weihnachten – wird ihm klar, dass es für den wirklichen Genuss einen zweiten Menschen braucht. Über den Fleischhauer lässt er ihr die Frage zukommen, ob sie gemeinsam Weihnachten feiern wollen.
Der Spot wirkt ganz leicht und simpel, ist aber eine sehr liebevoll gemachte Geschichte mit einem der Urkonflikte perfekt eingearbeitet. „Supr hescht des g´macht“, finde ich, denn endlich ist das Unternehmen Teil der Geschichte und der Tränchenfaktor mit 2 ist eine gute Basis für Weihnachtsgefühle, wie wir finden.

 

Lebensfreude

Zalando setzt auf Generationenübergreifendes. Ein junger Mann holt seine ältere Mutter zu Weihnachten ab. Die beiden gehen zu einer Party, um zu tanzen. Süss, weil die verschiedenen Generationen auch gemeinsam viel Spaß haben können, wenn sie die Lebens-Freude in den Vordergrund stellen. Aus Storytelling-Sicht: Ein Haucherl von Konflikt, aber umso mehr Gefühl. Tränchenfaktor: 5 – macht aber nichts.

 

Menschen im Hintergrund

Klar, bei Milka traut man sich zu Weihnachten besonders „zart“ zu sein.  Man erzählt die Geschichte eines Kinderchors. Vor Weihnachten wird heftig geübt. Der taube Hausmeister stört die Übung und Vorbereitungen durch seine – notwendige – Arbeit. Guter Konflikt, denn er steht stellvertretend für viele Menschen, die für uns da sind, die im Hintergrund arbeiten, ohne die es aber nicht funktionieren würde. Am Tag des Konzerts nutzt das Mädchen ihr Solo beim Chor für eine besondere Geste – sie singt für den tauben Hausmeister – in Gebärdensprache. Ich finde: Ganz großartig gemacht. Tränchenfaktor 1 (Schulnotensystem). Well done.

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