Raus oder rein in Plastik?

In Deutschland tun es Rewe, Edeka, Aldi, Lidl und Real, in Österreich die Rewe Gruppe und viele andere… Es geht um den populären und so wichtigen „Kampf gegen Plastik“.

Wir alle erleben es tagtäglich: Gefühlt werden die Plastikberge im eigenen Haushalt immer mehr, trotzdem alle von Plastikvermeidung sprechen. Die schockierende und herzzerreissende Stories von Walen mit vollem Magen von Kilogramm Plastikmüll, von Seehunden, Schildkröten mit Netzen um den Hals und von umhertreibenden Müllinseln erreichen uns auf vielen Kanälen.

Es ist eines der großen Kommunikationsthemen unserer Zeit geworden. Der effekthaschende Smoothiehersteller True Fruits zieht dieses Thema nun wieder mal für eine provozierende Kampagne heran und stößt in Deutschland vielerorts Menschen vor den Kopf. Auf Großflächenplakaten wird zu „Ja! zu Plastik“ aufgerufen und wie so oft steckt dahinter – angeblich – mehr als der Wunsch zu Skandalisieren. 

Die fruchtige Inhouse-Kreativabteilung des Smoothie-Herstellers entwickelte ein Plakatmotiv, dass den Mitbewerb „ans Bein pinkelt“ und zum Rundumschlag auf Limonaden- und Saftflaschen wie Punica, Granini, Innocent, Volvic Tee, Fanta,… aus. „Sag JA zu Plastik! Glas kann kaputt gehen. Plastik bleibt für im Meer und ewig.“ Textlich ein wenig holprig, geht die Ansage mit Sicherheit unter die Haut. True Fruits schreckt da auch nicht davor zurück, dass einer der „Angesprochenen“ am eigenen Unternehmen namhaft beteiligt ist. Wenn schon politisch Ansagen verteilen, dann schon richtig.
Direkt neben den Plakaten mit Ansage wirbt die Marke auf zweiten Plakatstellen für die „glasklare Entscheidung“ zugunsten True Fruits, die es nur in Glasflaschen gibt.

Schlüssig ja. Effektiv ja, weil shareability von solchen Ansagen hoch ist. Anecken, gerne, wenn es die Welt weiterbringt, ob man dazu den Mitbewerb mit Dreck bewerfen muss, ist eher mit nein zu beantworten (jedenfalls von mir). Sympathiepunkte wenige, weil wir ja alle gerne auch „Haltungsnoten“ in Sachen Freundlichkeit verteilen.
Aber: Mit Nettigkeit ist leider unsere Welt zu keinem besseren Ort zu machen. „Besprochen“ werden die „richtigen“ Maßnahmen schon viel zu lange, Umstellungszeiten, um aus Plastik rauszukommen, erscheinen einem absurd lange und damit ists für mich so: Ich werde nie Fan dieser Marke sein, weil mich der Zugang nervt. Aber recht haben sie in diesem Punkt inhaltlich allemal.

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