Die Macht der Vorurteile

Wir sehen uns im Umgang mit den Situationen, die uns täglich umgeben, oftmals als fair und unparteiisch an. Aber sind wir das wirklich?

Tatsächlich verarbeiten wir – auch der Selbstbewußteste unter uns – eine komplexe Reihe von in uns abgelegten Vorurteilen, bevor wir entscheiden, reagieren und handeln.

Unser Gehirn arbeitet wie eine super leistungsfähige „Musterlesemaschine“. Wie wir unser Wissen einsetzen und über kognitive Abkürzungen Entscheidungen treffen, hängt zu einem Großteil davon ab, welche Vorteile wir aus Situationen ziehen können.

Our mind is a pattern seeking machine.

Gehirnforscher sind sich einig: Es gibt nur wenig, das wir nicht über Vorurteile „aburteilen“.
Wir bevorzugen süßes Essen gegenüber bitterem Essen, festes Gelände gegenüber instabilem Boden und sind von kulturellen Annahmen geprägt, die uns helfen, in unserer Gesellschaft friedlicher zu leben. Klar: Unser Gehirn traf und trifft Entscheidungen, die uns helfen zu „überleben“ „es angenehm zu haben“, „Lust“ vor „Leid“ zu spüren, usw..

„Bias“ existieren – Sie sind „Abkürzungen“, die wir durch frühere Generationen/ Erfahrungen erlernt und übernommen haben. Sie sichern unser Überleben. Jede kognitive „Verzerrung“ hat einen bestimmten Grund – vor allem jenen, unserem Gehirn Zeit oder Energie zu sparen.
Nun sind wir allerdings in unserer informationsgetriebenen, wissensbestimmten Welt damit konfrontiert, dass es durchaus gefährlich sein kann, für neue Informationen gesperrt zu sein.

Die Einzigartigkeit unserer Vorurteile ist im Storytelling essentiell. Wenn wir diese Prädispositionen/ Konventionen verstehen, können wir Stories schaffen, die nahe gehen, die berühren und die für Identifikation sorgen. Aber wir müssen hier als Storyteller sehr sorgfältig agieren…

Short-cuts mit Fehlern

Aber das Ergebnis unserer mentalen Short-cuts (die ja durchaus nützlich sind) sind auch Fehler in unserem Denken. Das lässt sich nicht verhindern. Gerade heutzutage durchleben wir eine Welt, deren Informationsdichte für unser Gehirn einfach zu groß ist.
Wenn sich bereits etwas in unserem Gedächtnis/ Erlerntem/Erinnerungen befunden hat und wir es gewohnt sind, ein Problem auf bestimmte Weise anzugehen, verhindert das möglicherweise, dass wir alternative Pfade und neue Möglichkeiten in Betracht ziehen.

„Bias“/Vorurteile umfassen z.B. Kontexteffekte, stimmungskongruente Erinnerungen oder Empathie-Lücken. Wir betrachten deutlich intensiver, wie sehr sich etwas verändert hat, als den neuen Wert dieses Etwas zu beurteilen.

Wir verwenden Stereotypen und schnelles „Auffüllen der Lücken“, um flink Entscheidungen zu treffen, wenn wir nicht alles darüber wissen. Wir müssen uns oft schnell entscheiden, wie wir handeln sollen, und stützen uns nicht auf allen möglichen Fakten, sondern (emotional) auf Verzerrungen und Instinkte. Wir neigen also z.B. dazu, Dinge und Menschen, die wir kennen, mehr zu mögen als die, die wir nicht kennen. Es ist sogar noch krasser: Wir tendieren sogar dazu, „die Unmittelbaren zu bevorzugen“, also das Ding vor uns ist deutlich „mehr wert“, als etwas Potentielles und Fernes. (Anmerk.: Damit spielt u.a. unsere Politik medial. Sie rückt Dinge in die Ferne, lässt sie fremd aussehen, um emotionale Entscheidungen zu begünstigen).

Merken oder vergessen?

Wir haben tagtäglich ständig die Wahl, was uns ansprechen soll oder was wir vergessen wollen. Unsere Informationsüberlastung führt dazu, dass Verallgemeinerungen und Vorurteile obsiegen, die uns auch beim Umgang mit den Daten und Fakten helfen.
Hier sind wir bereit Besonderheiten zugunsten von Stereotypen und Vorurteilen zu verwerfen. Wir neigen auch dazu, Ereignisse und Listen auf Gemeinsamkeiten zu reduzieren, indem wir eine kleine Anzahl von Elementen auswählen, die für das Ganze stehen.

Der „Google-Effekt“, der auch als „digitale Amnesie“ bezeichnet wird, ist ein gutes Beispiel. Wir vergessen Informationen schnell, die wir online via Google gefunden haben, weil sie ja ohnehin dort abrufbar sind.

Es gibt fast 200 kognitiver Verzerrungen, die unsere Entscheidungen jeden Tag beeinflussen, hier sind 20, auf die ihr besonders achten solltet. >>

20 cognitive biases that screw up your decisions

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