Data-Scientists, Dove und Gender-Rollenbilder im Storytelling

David Robinson ist Data-Scientist. Und er war fasziniert von einem Artikel von Julia Silge, die sich damit auseinandersetzt, welche Verben in verschiedenen „Stories“ in Zusammenhang mit Männern oder Frauen zum Einsatz kamen. Sie mutmaßte, dass so die „klassischen“ Mann-Frau-Rollenbilder zustande kommen. Was macht also ein „Data-Scientist“, wenn er so etwas vermutet? Richtig! Er analysiert eine größere Datenmenge, um dieser Behauptung auf die Spur zu gehen.

Also schnappt sich Robinson Mark Riedl´s „Great natural language dataset“ und die darin befindlichen 112,000 Storyplots (siehe Wikipedia) , die beginnend bei Büchern über Filme, TV-Serien, Videospiele, uvm. alles mögliche beinhalten. Wichtig war, dass diese Werke von verschiedensten Autoren über Jahrhunderte weg verfasst wurden, aber ihre Erläuterungen von einer „modern audience“ im Lichte des heutigen Wissens um stereotypische Geschlechterrollen, interpretiert wurden.

Wem nun die Details der Erklärungen für Data-Textanalysen interessieren, der möge sich in die spannende mehrteilige Serie von David Robinson vertiefen. Link>>

Was ihm beim Ergebnis – und das ist, worauf ich Euer Auge lenken möchte – wichtig war: „Which words were most shifted towards occurring after “he” or “she”? We’ll filter for words that appeared at least 200 times.“ Er visualisierte die Analyseergebnisse als Balkendiagramm, das die benutzten Worte und deren Zuordnung darstellt:

 

Was damit dargestellt wird, ist ein etwas düsteres Bild der Stereotype mit denen wir alle „groß geworden“ sind. Obschon diese Analyse nicht in deutscher Sprache gemacht wurde, läßt sich vermuten, dass es um unseren Sprachraum nicht viel anders steht.

Frauen stehen oft in der „Opfer-Rolle“, sie „schreien“, sie „weinen“, sie „flehen“,… Männer tendieren stärker in eine Aggressoren-Rolle. Sie sind nicht nur positiv besetzt, „retten“ und „schützen“, sondern haben durchaus eine grobe, andere Seite. Viele Worte sind Frauen und Männern gemeinsam, darunter die unvermeidlichen “is”, “has”, “was” aber auch unverdächtige Verben, wie “agrees”, “loves”, “tells”. Die bemerkenswertesten Verben, die am stärksten auseinander driften sind “She accepts” und “He kills”.

Und dann kam Dove

Ich denke, dass sich diese klassischen Rollenbilder immer mehr verschieben. Gerade aktuell kursiert eine Kampagne von Dove im Netz, die bei Bildern (nicht bei Worten) ansetzt. Diese sind ja ihrerseits mindestens ebenso relevant, weil von unserem Gehirn schneller zu decodieren. Dove nennt seine Kampagne (aus Dänemark) : Image Hack. #equalwomen

Interessant wäre zu erfahren, was Anthropologen dazu sagen und wie sie diese erzieherischen Gestaltungen unseres Weltbilds deuten. In die eine, wie in die andere Richtung. Fakt ist, wir sind nicht gleich. Fakt ist aber auch, wir müssen gemeinsam eine Welt gleicher (oder jedenfalls: gleicherer) Möglichkeiten gestalten. #equalwomen

 

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