Storytelling der Angst

Wir lesen in den letzten Wochen immer mehr und immer wieder über die „Rhetorik der Angst“. Berechtigt. Denn egal, wo man sich auf der politischen Skala einreiht, die Meinungsmache in Medien und in den politischen Reden zielt auf starke emotionale Wirkung ab.

Besser als aktuell kann man nicht beweisen, dass Storytelling wirkt. Trauriger, allerdings leider auch nicht!

Nun führe ich meinen Blog ja schon viele Jahre und habe auch schon viel über die klassischen Emotionsraster geschrieben. Dass diese wirken, bekommen wir nun bewiesen – egal, ob in Marketing, freier Rede oder in der politischen Kommunikation.

Mittlerweile ist der politische Sprech, der nonsensehaft zwischen Lüge und Wahrheit hin- und herspringt, scheinbar dazu da um zu beweisen: Es geht nicht darum, ob etwas stimmt oder nicht. Es geht darum, es laut und emotional genug zu vermitteln.

Beide Analysen, die ich Euch hier zusammen gestellt habe, sind richtig und stimmig und aus Storytelling-Sicht lehrreich.

„Panorama“/ ARD berichtet alle 3 Wochen über Aktuelles, aber auf einer Metaebene. Die Analyse, die hier gemacht wird, ist treffend und fast methodisch eine „Rezeptur“ für politisches Storytelling.

http://daserste.ndr.de/panorama/Rhetorik-der-Angst,panorama6614.html 

Den zweiten Betrag ist von Puls4 und behandelt das politische Framing. Elisabeth Wehling ist Sprach- und Kommunikationswissenschafterin und publiziert seit vielen Jahren zum Thema der sprachlichen Muster im politischen Kontext -kurz Framing. Dabei setzt man einen sprachlichen Deutungsrahmen, der es ermöglicht, eine Debatte in eine bestimmte Richtung zu lenken. Gerade im österreichischen Bundespräsidentschaftswahlkampf können wir uns davon überzeugen, wie sehr dieses Framing funktioniert.
Der erste Beitrag des ARD hat sehr schön verdeutlicht, wie das auf der narrativen Ebene funktioniert. Dieses Interview aus einem Puls4-„Wie jetzt?“-Beitrag zeigt noch mehr die Detailebene der „richtigen“ Wortwahl und ihrer Wirkung auf…

Framing kommt aus dem PR- und dem Agenda Setting-Bereich und steht simpel dafür, dass (politische) Ereignisse und Themen in unsere subjektive Deutungsrahmen gesetzt werden.„Frames“ sind emotional. Wenn man so will, haben wir Menschen unsere Denkraster und „Kästchen“ im Kopf, die anspringen, wenn bestimmte Thematiken selektiv betont werden.

Diese Akzentuierung gibt einem neutralen Sachverhalt Attribute – siehe z.B. in der Flüchtlingskrise oder im amerikanischen Wahlkampf – der Angst und bestimmt so deutlich die Art und Weise der Vermittlung und der Informationsdeutung mit.

 

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