Mobile Social Storytelling

Per se vertrete ich ja die Meinung, dass man eine Metastory als Brand, als Marke braucht, von der sich alles, was man an Inhalten kolportieren will, ableitet. Diese Story wird dann episodisch auf den verschiedenen Kanälen in verschiedenen Aufbereitungen erzählt. Der Einsatz der verschiedenen Kanäle kann ja Unterschiedliches für die Story leisten – von „reiner“ Awareness bis zu Call-to-action und sehr persönlichen Aspekten ist heute absolut alles möglich.

Mobile first?

Wenn man nun aber die Zahlen zur Nutzung von mobilen Devices betrachtet, so liegen diese weit voran, in der täglichen Informationskonsum. On the go bilden wir uns nun Meinung, nutzen Wartezeiten um Medienbeitrage zu lesen, bekommen von unseren Freunden Interessanten referenziert uvm. Lt. Mobile Marketing Association nutzen bereits 92% der ÖsterreicherInnen ein Smartphone. Das ist nicht nur eine enorm hohe Smartphone-Dichte, die ja nichts anderes heißt, als dass diese NutzerInnen damit auch webtaugliche Devices mit sich tragen, sondern auch einer der hauptsächlichen Zugänge zu den Social Media Kanälen.

So fasst der Lead Creative Strategist von Facebook, Jonas Thaysen die Spezifika von Social Media auf mobilen Endgeräten so zusammen: „Mobile braucht ein neues, ein sehr persönliches Storytelling.“

Das Besondere am mobilen Kanal verschränkt mit Social Media. Daraus ergibt sich eine sehr persönliche, kontextuelle Beziehungskommunikation. Warum?
Niemand in meinem Umfeld – und sicherlich auch nicht in ihrem – würde sein Handy z.B. für einen Tag an jemanden verleihen. Auf diesem Gerät, dass wir von morgens bis abends mit uns tragen, ist viel Persönliches aus unserem Leben, das wir nicht gerne aus der Hand geben.
Aber wir teilen es z.B. in Social Media, weil wir bewußt Freunde, Kollegen und Familien an unserem Leben teilhaben lassen wollen. Und das tun wir zumeist am Handy. Hier liegt die facebook- Nutzung aktuell bei rd. 70%.

Wir tauchen also täglich für einige Minuten in ein Universum aus kontextuell auf uns bezogene Inhalte ein. Inhalte von Freunden mit ähnlichen Interessen. Inhalte von Medien, Netzwerken, die uns für relevant erscheinen. Inhalte, die uns weiter referenziert werden, weil sie zu unseren Interessenslagen passen.

Dass uns so möglicherweise viel von einem breiteren Spektrum an Informationen verloren geht, wenn wir referenzierend vorgehen, ist unbestritten. Aber, wenn wir die Tatsache betrachten, dass das Handy eigentlich eines der privatesten Kommunikationswerkzeuge ist, verdient dieser Kanal zum Rezipienten höchsten Respekt. Und zwar speziell bei all denen, die auf meinem oder ihren Smartphone werben wollen.

Den Kunden am Handy zu nerven, ist – gelinde gesagt – höchst „ungünstig“. Einfach nur einen Werbespot oder einen Banner zu schalten, erfüllt die Anforderungen des mobilen Kanals bei weitem nicht. Diese Umsetzungen sind für massenmediale Nutzungen gemacht, nicht aber für den persönlichen Austausch, der von hohem Nutzen (Sinnvolles bis Humorvolles) getragen sein muss und der, in der Timeline meines kontextuellen Netzwerks (Social Media) auf dem persönlichsten Device (meinem Handy) vorkommt.

Storytelling am Smartphone kann unzählige Funktionen des Handys nutzen, wie die Kamera, Standortbezogene Daten, shake-it-Funktionen, Web-Zugang, Sprachsteuerung, uvm. all das ist geeignet um höchst interaktiv zu sein und entspricht dem Storytelling-Ansatz: Presentation-Participation-Play. Wenn eine Story auf verschiedenen Kanälen diese Aspekte erfüllt ist sie top!

Quelle: MMAA, 2016

Quelle: MMAA, 2016

Im Facebook News Feed entscheidet sich (jedenfalls lt. facebook) in den ersten drei Sekunden, ob man bei einem Inhalt bleibt oder weiterscrollt. Was für mich persönlich keinen Sinn macht, wird von mir in meinem News Feed speziell im mobilen Kanal als Fremdkörper empfunden. Daher muss gerade hier auf ein sehr persönliches Storytelling Wert gelegt werden?

Es braucht also Stories, die bei jedem persönlich wirken. Hmmm?! Aber was wirkt? Und wie bekommt man das hin?

Aus meiner Erfahrung und vielen, vielen empirischen Studien: Emotionen. Stories, die wirken haben z.B. starke Konflikte, über die sich die User identifizieren (oder eben nicht). Oder sie werden mittels (starker) Bilder erzählt, die lt. aktuellen Studien in 13 Millisekunden (statt wie bisher angenommen in 100 Millisekunden) wirken. Um das auf Social Media sicherzustellen, muss man sich mit den Menschen beschäftigen, an die man sich richten will. Man muss „lernen“ wofür und wogegen sie sind. Speziell bei Facebook und Instagram ist das einfach. Denn hier sind die User mit ihren verschiedenen Interessen und Themen hinterlegt und somit als „(Teil)Zielgruppe“ auch hervorragend auszumachen und zu „targetten“.

Was sich hier so lapidar beschriebt , ist ein echt massiver Paradigmenwechsel, u.z. hin zu einem kontextuellen Informations- und Werbekonsumationsverhalten.

Unser nächster Beitrag richtet sich an eines der Keymedien des Storytellings in Zukunft: Mobile Video

 

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