A tribute to „Mama“

Kommende Woche ist es wieder soweit: Muttertag. Jener Anlaß im Jahr, wo wir offiziell den Mamas dieser Welt einen ganzen Tag widmen. Aus diesem Grund hat sich Nivea mit einer netten Idee der Geschichten von Müttern und Töchtern unter #momwasright angenommen. Aber schauen wir mal gemeinsam etwas genauer hin…

Jeder wird wohl sentimental, wenn junge Frauen in kurzen Anekdoten von Erlebnissen mit ihren Müttern erzählen. „Who gives the best life advice?“ Dazu nettes Gitarrengezupfe und gut gesetzte Umschnitte im Video. Fertig ist der Storytelling-Ansatz zum Muttertag. Es ist ein feiner Kick-off für eine „Erzählt uns Eure Geschichte“ Kampagne.

So sanft wie Creme. Zu sanft.

Aus Sicht von Storytellern ist die Kampagne sympathisch und fast ein bißchen „flauschig“ und jedenfalls so sanft wie Nivea Creme – aber irrelevant. Denn es fehlt etwas Entscheidendes. Neben den „Heldinnen“ den Müttern und den Erzählerinnen, vermissen wir den Konflikt. Ja tatsächlich diesen braucht eine (viele) gute Geschichten. Es braucht im Storytelling einen „emotionalen“ Dreh- und Angelpunkt, der nicht zu weich und verwaschen vernebelt wird, sondern der durchaus ins Auge (Herzen) sticht.

Wir erinnern uns noch an die Award-winning Kampagne von Dove. Die Idee (wenn auch nicht der Anlass) ähnelt jener, von Nivea. Aber nicht die Umsetzung. Denn Dove hat einen harten Kern: Dove traute sich über ein Manko in der Selbstwahrnehmung von Frauen zu sprechen: Keine (oder nur wenige) Frau fühlt sich „schön“.

Ein tiefer „Insight“ in die weibliche Psyche. Es ist klassisches, gutes Marketing, wenn erkannt wird, dass es um genaues Hinhören und das Erkennen der zarten Nuancen (die KonsumentInnen sich oft nur verhalten zu sagen getrauen) geht. Eben diese Feinheiten, die mitunter am wichtigsten sind und: Die uns ans Herz gehen.

Nivea hat nicht den Mut bewiesen zu zeigen, dass man auch oft genug im Leben mit den Müttern hadert, dass sie die Initialzündungen und Reibebäume unserer Jugend sind, dass sie zwischen Erziehung und Trost spenden alle emotionalen Spielvarianten drauf haben müssen und, dass sie auch Söhne gebähren.

Nivea hat alles schön, weich & weiblich dargestellt und so ist nun mal das Leben nicht. Natürlich ist eine Cellospielerin, die mit ihren Cellostunden hadert auch eine Art von Konflikt, aber leider so sanft, wie Nivea Creme.

Darum unser Appell: Traut Euch ans Herz zu gehen. Erzählt von den harten Kernen, den Punkten an denen man zankt und wo Reibung entsteht, die vielleicht sogar unlösbar scheinen,  zu sprechen. Und löst diese dann auf. Zeigt, welch starke Gefühle Ängste und Freude sein können, wenn sie gekonnt im Wechselspiel eingesetzt werden.

 

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