Weihnachtsgeschichten

Weihnachten ist die Zeit der „großen Emotionen“. Was ist zurzeit daher besser zu beobachten, als Storytelling Ansätze großer Marken. Persönlich sehe ich Storytelling als großes Framework einer Marke, das vom Brandpositioning und all seinen abgeleiteten Codes ausgeht und Narratives im richtigen Kontext „ausliefert“/angestösst,….

Wenn man nun also den Kontext „Weihnachten“ herausgreift, so wird es zu einer – nicht zu unterschätzenden – Herausforderung eine Geschichte zu „erzählen“, die mit der eigenen Marke stimmig ist. Hier ein paar feine Beispiele für Euch…

Emotion pur

Das britische Kaufhaus John Lewis drückt dieses Jahr extrem auf unsere Rührungstränendrüse und liefert eine Geschichte aus dem „Kopf eines Kindes“. Ein riesiger viraler Erfolg, der sich alleine schon dadurch abzeichnet, dass man hierzulande dieses Video „bespricht“, obwohl wir nicht ums Eck zu John Lewis shoppen gehen. Die Marke wird nicht vordergründig präsentiert, und lästige Product Placements bleiben aus. Ähnlich wie Lego nutzt man die große Bühne der kindlichen Fantasie dazu, um Spielzeug zum Leben zu erwecken.

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Ein wundervoller Anker auch im Kopf eines Erwachsenen, der hier „wieder Kind sein darf“. Knapp 19,5 Millionen views auf Youtube, etliche positive Kommentare und einige Parodien (hier die Witzigste: https://www.youtube.com/watch?v=BUOfjmUTDkM ) sind eine tolle Erfolgsbilanz.

Fast ein Klassiker der Weihnachtsspot-Lieferanten ist Coca-Cola. „Happiness“ als Markencredo und herzerwärmende Geschichten, die fernab der Limonadenseite des Lebens stattfinden, sind Coca-Colas kommunikative Stärke. Denkt nur zur Fussball-WM an die Trophy Tour Spots, wie etwa Geschichte der Bubamara Schule. Mit „Make someone happy“ wird nicht nur der klassische Spot getitelt, sondern z.B. in Deutschland auch die Geschichte der Hebamme Ursula und ihres unvergesslichen Weihnachtsfests erzählt. Sie hat in rund 53 Jahren Berufslaufbahn weit mehr als 10.000 Kinder auf die Welt geholt und bekam dafür ein Weihnachtsfest mit vielen „ihrer Babys“. Das Schöne daran, ist zu sehen, wie eine globale Marke ihren Framework gekonnt so bedienen kann, dass Geschichten lokalisiert werden können.

Die Streitbaren

Einen streitbaren Spot liefert in diesem Jahr die Supermarktkette Sainsbury’s. Ebenfalls viral hocherfolgreich, zeigt sie eine Geschichte aus dem Weltkrieg und schließt mit den Worten: „Christmas ist for sharing“. Eine wundervolle Geschichte, die den Zuseher an den Grundgedanken von Weihnachten zurückdenken lässt, aber der man leider vorwerfen muss, dass uns eine Supermarktkette am Ende in jedem Fall „etwas“ verkaufen will. Aber dennoch danke für einen sensationell inszenierten Spot.

Hier passt zwar alles, aber der Framework hin zum Brandstorytelling darf sehnlichst vermisst werden.

Wirklich danebengeschossen hat dieses Jahr Mulberry – die britische Nobelhandtaschen Brand. Hier stimmt zwar der Frame, weil die Marke knallhart auf „will haben“ fokussiert. Sie inszeniert für uns zu Weihnachten eine typisch englische Upperclass Bescherung, die den Konsumwahnsinn perfekt überzeichnet. Mit dem Hashtag #winchristmas und der Übergabe der Mulberry Tasche nimmt die Geschichte zwar eine humorvolle, aber unsympathische Wendung. Wer will schon an Weihnachten wirklich der „Gewinner des Konsumrauschwettbewerbs“ sein?

 

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Ein Gedanke zu “Weihnachtsgeschichten

  1. Pingback: Sequentielles Storytelling | Brienchen's Storytelling Blog

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