Willkommen am Stammtisch – Was geschah eigentlich im Falle der Bundeshymnen-Diskussion

Heinisch-Hosek, die Grünen Frauen und Co. sie alle erleben etwas, was Ihnen übermächtig, beängstigend und undemokratisch erscheint. Es ist aber nichts anderes, als dass sie sich „an den Stammtisch“ begegeben haben und dort, den BürgerInnen Österreichs erklären, dass sie falsch liegen. Und dafür gibt es mittlerweile in Österreich auch kein Verständnis mehr. Aber warum?

Im Campaigning nennt man es „Momentum“. Das aufeinander Treffen von dem „günstigsten Zeitpunkt“ und dem „richtigen Thema“. Geschehen gerade eben. Es war erst letztes Wochenende als Andreas Gabalier, Schlagerbarde aus der Steiermark, am neuen „Red Bull Ring“ in Spielberg die Bundeshymne in der „alten Version“ sang. Gesetzlich richtig oder nicht. Urheberrechtlich zulässig oder nicht. Der offene Brief, den die „Grünen Frauen“ an Gabalier richteten, brachte die Volksseele zum Kochen.

Grund der Erregung ist nicht die Bundeshymne in der alten oder neuen Fassung. Grund der Erregung ist nicht, dass irgendjemand nicht die Errungenschaften der Feministinnen würdigen wollen würde oder keine Gesetze einhalten will.

Die Politik hat hier zweierlei Fehler begangen:

  1. Man hat einen Nicht-Politiker, erklärt, dass er falsch liegt. Das gleicht dem epische Kampf „David“ gegen „Goliath“. Gleichbedeutend, jedem von „uns“ zu erklären, dass man falsch liegt. Das ist jene „moralische Arroganz“ die den BürgerInnen missfällt.
    Dazu kommt, dass nach all den Jahren in denen Haider, Grasser, Strasser, Hypo & Co. gezeigt haben, wie man auf den Nerven der BürgerInnen herumgetanzt ist. Verschärfend kommt hinzu, dass Heinisch-Hosek uns erst kürzlich alle mit Fragezeichen zurücklies, als sie erklärte, dass eine Einsparung von beträchtlicher Höhe im Schulsystem „nicht ergebnisverändernd“ ist. Das tut BürgerInnen, deren Reallohn Jahr für Jahr sinkt und die ihre Haushaltskassa kennen, sehr weh. Ebenso war es bei den „Grünen Frauen“, die zu hören bekamen, dass die „Töchter“ das Leben von Österreichs Frauen real nicht beeinflussen. Wohl aber würden etwa die Investition von 25 Millionen Euro in Kinderbetreuungsplätze anstelle der Mariahilfer Strasse neu, das Leben von vielen Frauen dramatisch verbessern.
  1. Plötzlich wird´s verständlich oder „Es sinkt für sie, das Niveau“ – Solange es um Hypo (hier aktuell mit den „Klagsdrohungen von Bayern an Österreich“), Landesverschuldung, Steuerhinterziehungen in Millionenhöhe, Bestechlichkeit, Brüssel und Co. ging war es abstrakt, schwer zu verstehen und immer schwierig zu kommentieren.
    Viele ÖsterreicherInnen aller Alterstufen waren damit nicht zufrieden. Schon lange nicht mehr. Und Wahlen schienen mangels glaubwürdiger Alternativen kein adäquates Mittel zu sein, um seine Meinung auszudrücken. Denn hätte man diese politisch richtig interpretiert, hätte man schon längst bemerken müssen, wie viele Nicht- und Weisswähler Österreich hat.
    Eine andere Art der „Absage“ an das bestehende System, kam also jetzt. Ein ganz einfaches Stammtisch-Thema. Simpel und für jedermann verständlich. Und es entbrennen dieselben Diskussionen, die am Stammtisch geführt werden. Es sind keine Diskussionen, wie sie in den Gassen des 6. oder 7.Bezirk Wiens geführt werden, sondern Diskussionen, die im Rest von Österreich eben so geführt werden. Vielleicht aufgrund der „virtuellen Diskussionsführung“ noch viel härter (schließlich sitzt man sich ja dann doch nicht gegenüber).
    Und plötzlich wird das Symbol, das Glawischnig, Heinisch-Hosek, Rauch-Kallat u.a. als wichtig und durchaus richtig für den Feminismus und die Gleichstellung der Frauen erachten, von den Menschen umgedeutet. Es wird zu einem Symbol für eine Politik bzw. PolitikerInnen, die aus Sicht der Bevölkerung nichts mehr für das Leben der BürgerInnen weiterbringen.

Das Ergebnis der aktuellen Politik ist vielen Menschen einfach zu wenig, von Symbolen kann man keine ständig steigenden Mieten bezahlen. Jetzt wurde endlich ein Ventil gefunden, über das diese Frustation abgelassen werden kann. Und die BürgerInnen haben ihrerseits ein Symbol – nämlich die Hymne – gefunden, um der Politik und deren VertreterInnen zeigen zu können, wo die Grenzen sind und dass viele BürgerInnen einfach genug haben.

Einige Kommentare exemplarisch für viele…

hymne3 Hymne2 Hymne1

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s