Visual Storytelling: Wenn Video weh tut.

Mit dem Usernamen fero061982 wurde ein Video auf YouTube gestellt, das mittlerweile über 9 Mio. views hat. Der Titel “One photo a day in the worst year of my life”. Das Video zeigt in tagtäglichen Mugshots, die Veränderung einer jungen Frau. Berührend, traurig und so real, dass einem diese Bilder in Erinnerung bleiben. In mehr als 300 Einzelbildern erzählt, zeigt diese Geschichte nur eine „offensichtlich“ handelnde Person und dennoch entwickelt sich für den Seher ein ganzes Szenario: Das klare Bild „häuslicher Gewalt“.

Schon in seinem eigenen Projekt hat der Fotograf Noah Kalina’s mit ”Everyday” zwischen 2000 und 2006 sechs Jahre lang seine eigene Veränderung dokumentiert. Harmlos, aber wirkungsvoll. 25 Millionen User haben dieses Video mittlerweile gesehen und seine Zeitreise miterlebt. Die virale Kraft der Aussage mit Hilfe derselben stilistischen Mittel ist im zweiten Fall  der beiden Videohits ebenso groß – und gut eingesetzt.

The worst year

“One photo a day in the worst year of my life” zieht über die Harmlosigkeit, mit der die Bilder anfangs dahinlaufen, den Zuschauer in seinen Bann. Je mehr sich das Video fortsetzt, umso mehr beginnt man die Veränderung zu realisieren – ein Blick in die Augen genügt – und schließlich sieht man die Verletzungen auch tatsächlich und man sieht, dass diese immer dramatischer und schrecklicher werden.

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Neben der medialen Berichterstattung und den views auf Youtube, entwickelt diese Umsetzung die Kraft der Nachahmung. Es regt Betroffene dazu an, ihr Antlitz und ihre „Verletzungen“ zu zeigen und somit aus dem Schatten der Verborgenheit zu holen.

“Help me, I do not know if I can wait for tomorrow.”

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