Mehr als Tausend Worte

Die Kraft von Bildern ist für Geschichten essentiell. Gerade im Storytelling werden diese emotionalen Anker fast immer eingesetzt. Doch darf man hier auch täuschen oder manipulieren?
Ein kleiner Bub, der scheinbar zwischen Gräber seinen Schlafplatz hat. Eine an sich schon traurige Geschichte, wie es scheint. In der medialen Überhöhung: Er schläft zwischen den Gräbern seiner Eltern. Ein Bild eines Fotografen namens Abdel Aziz al Atibi.

Ebendieses Bild hat im Social Web eine unglaubliche Eigendynamik entwickelt, die auch den Fotografen völlig überrascht und die zeigt, wie wichtig zwar starke Bilder in der Medienwelt sind, um Geschichten zu erzählen aber wie wenig Recherche und wie viel Misinterpretation sehr rasch zustande kommt. Bilder (Photoshop rules) oder ihr Kontext werden verändert und uminterpretiert.

Al-Atibi erzählt im Beirut.com http://www.beirut.com/l/30914 , dass das Foto als eines aus einer Serie, zwischen Gräbern aufgenommen wurde, die eigentlich Konzeptkunstwerke waren. Der kleine Bub ist sein Neffe. Und die Gräber sind Kunst-Installationen.

Al_Atibi2

 

 

Er wollte mit seinen Bildern sehr wohl das Leid der Bevölkerung in Kriegsregionen anhand des „kleinen Buben-Schicksals“ erzählen, setze auf Überzeichnung und postete auf Instagram „some kids might feel that their dead parents‘ bodies are more affectionate to them than the people they’re living with.“

Doch die Verbindung zu „Syrien“ und dem „Bürgerkrieg“ war niemals gegeben.
I’ve previously talked about domestic violence and my nephew (the boy in the picture) was the main subject of that picture as well. It’s absurd how people can easily be manipulated without going back to the source and the facts,“ Al-Atibi says. http://www.beirut.com/l/30914 

Dumm gelaufen? Oder vielleicht eine Problematik, die uns zeigt, dass ein zweiter Blick auf die wirklichen Fakten lohnt. Auch im Storytelling. Denn – um die Eingangs gestellte Frage zu beantworten – Geschichten sollten IMMER autenthisch bleiben.

 

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