Die Kraft von Bildern und Emotionen im Storytelling

Bilder – Sie gehen unmittelbar in unser Gehirn und lösen Emotionen aus. Aber was sind Gefühle? Wie entstehen Gefühle? Und vor allem: Wozu?
Ein weiser Satz kommt vom Gehirnforscher und Nobelpreisträger Eric Kandel, der meinte: „Der spannendste Forschungszweig unserer Tage ist die Biologie der Emotionen“. Emotionen sind „die geheimen Regisseure unseres Alltags“ (Antonio Damasio).
Fest steht, dass Emotionen höchst nützlich sind, denn sie fördern Entscheiden und Verhalten.

Emotional Brain

Auch wenn das viele Manager nicht so hören wollen: „Entscheidung ohne Emotionen ist nicht möglich.“ Und das trifft tatsächlich auf alle
Situationen unseres Lebens zu. Für das emotionale Arbeiten unseres Gehirns ist hauptsächlich die Amygdala zuständig. Sie regelt einen schnellen Abgleich von Reizen (beispielsweise Bildern, Ereignissen,..) mit groben Reizmustern in unseren Gehirn, die zur Kategorisierung von Situationen und Gegebenheiten dienen (z.B. Flucht) – aber diese Reaktionen sind fehleranfällig, denn die Kategorisierung findet nicht auf Grundlage angeborener, sondern von uns erlernter Reizmuster statt. Die Amygdala ist somit unser emotionales Gedächtnis.

Erschwerend ist, dass unsere emotionale „Alarmdatenbank“ ein offenes System ist, in das unablässig neue Varianten eingebaut werden. Aber einmal aufgenommene Daten sind leider nicht leicht zu entfernen. Unser Emotionssystem ist, bedingt durch die biologischen Konstruktionsweise – so angelegt, dass es Auslöser speichert und sie nicht mehr entfernt.

Der Picture Superiority Effekt

Fakt ist, dass Bilder besser aufgenommen, gespeichert und abgerufen werden können als Texte. Dieser Vorteil von Bildern beruht darauf, dass Bilder von uns leichter aufgenommen werden und Rezipienten sich ungleich leichter an sie erinnern. Und, dass ihre Aufnahme für uns großteils ohne gedankliche Kontrolle geschieht.

Creative Direction and Concept: Erik Ravelo Photo: Erik Ravelo / Enrrico Bossan Post production: Erik Ravelo

Creative Direction and Concept: Erik Ravelo
Photo: Erik Ravelo / Enrrico Bossan
Post production: Erik Ravelo

„Bilder sind schnelle Schüsse ins Gehirn.“ (Werner Kroeber-Riel) Um ein Bild mittlerer Komplexität aufzunehmen, sind nur 1 bis 2 Sekunden nötig.  Auf Grund dieser „mühelosen Aufnahme“ eignen sich Bilder daher in einem besonderen Maß dazu, passive Empfänger/Leser/ User zu erreichen. Der Picture-Superiority-Effect meint also, dass Abbildungen immer schneller wahrgenommen und besser erinnert werden als sprachlich Darstellungen.

Die Verarbeitung von Bildern geschieht – im Gegensatz zur Verarbeitung von sprachlichen und besonders schriftlichen Informationen – ganzheitlich und analog. Geschriebenes und Gesprochenes hingegen wird von uns sequenziell aufgenommen und muss also nach logisch-analytischen Regeln verarbeitet werden, um anschließend in Sinnzusammenhänge übersetzt zu werden. Uff! Das ist mühsamer! Die Kraft und Macht von Bildern, dass sie schnell durch einen flüchtigen Eindruck aufgenommen und dann in ihren Grundzügen erkannt werden können.

Die Beeinflussungskraft von Bildern beruht hauptsächlich darauf, dass Bilder wie Wirklichkeit wahrgenommen werden.

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