Mitmachbewegung – Ein Resumee des Campaigning Summit 2013

Zum zweiten Mal erschallte der Ruf zum Campaigning Summit in Wien und viele kamen. Besucher aus den politischen Nebenverästelungen Österreichs, aber immer mehr auch aus Agenturen, der Kreativszene so etwa der Vorstand des CCA und Unternehmen fanden den Weg ins Studio 44, um zu erfahren, was der Begriff „Campaigning“ heute meint.

Die Wurzeln des Summits liegen in politischen Kommunikationssphäre, begleitet einerseits von der politischen Akademie und erfunden und verantstaltet von Philip Maderthaners Campaigning Bureau, ist die Veranstaltung ein gelungenes Stück, der Eigenpräsentation und gleichzeitig des Kompetenzbelegs.

Mobilize

5 Speaker, darunter einige Internationale, erklärten, wie „Kampagnen bewegen“. „Mitmachen“ war das Motto diesesmal und mitgemacht wurde seitens des Publikums brav. Ob via facebook oder twitter (bei den Hashtags herrschte eine gewisse Uneinigkeit) oder auf der Bühne tanzend, das Verständnisses von Campaigning wurde heute auch seitens des Publikums tatsächlich durch Mitmachen „erarbeitet“. Wer im vergangenen Jahr brav aufgepasst hatte, hatte allerdings einige Mühe die Ansatzpunkte für Kampagnen in den Vorträgen heuer zu finden. „Ingredienzien“, wie „das Momentum“, das für eine Kampagne so essentiell ist und das 2012 grandios erklärt wurde, wurden dieses Jahr nicht mehr aufgegriffen. Was teilweise für die neuen Campaigning-Interessierten 2013 schwierig war, sind doch von Medientagen über Effie bis hin zu Social Media Workshops allerorts launige „virale Kampagnen“ zu sehen, doch wie selbige erfolgreich aufzusetzen sind, wird immer nur fragmenthaft erklärt.

Dafür lernte man in diesem Jahr, über „Todeszonen„, die jegliches Engagement Interessierter – egal ob in Politik, Marken oder Unternehmen – in „Luft verwandeln“. Sie sind die „klassischen Fehler“ in Kampagnen, jene falschen Kanäle, falschen Codes und sinnzerstörenden Aufrufe, die – wenn nicht mit viel strategischem Know-how geplant – einer Kampagne jeglichen Drive und den potentiellen Mitmachern jegliche Laune nehmen.

Was es braucht, um aus Datensätzen aktive UnterstützerInnen, Mitglieder oder KundInnen zu machen, wurde aber seitens Mr. Campaigning-Summit Philipp Maderthaner gut erklärt. Wir lernten über statistische Werte, die belegen, dass eigentlich rd. 10-15% der Menschen sich gerne auch für „eine Sache“ engagieren. Egal, ob es nun hierbei um Public Interest Themen, wie Verkehrssicherheit oder tatsächlich um Marken- oder Initiativenkommunikation geht.

Emotionen

Der Vortragende der Herzen war – neben dem immer grandiosen Summit-Initiator selbst – mit eindeutigem Abstand Moritz, einer der beiden Gebrüder Stitch, der deren Vollpension präsentierte. Omarilla – deren gelungene „Strategie“ aus Oma-Power + Guerillia-Marketing machte dieses Projekt zum „generationsübergreifenden Arbeiten“ zu einem unglaublichen Erfolg – und das in nur 3 Wochen Projektvorbereitungszeit. Das da heute im Summit auch noch Frau Charlotte und ihre Nussschnitten eine Welle der Sympathie brachten, zeigt, dass Kampagnen immer eines brauchen, ein ausreichendes Maß an Emotion.

Und just diese Emotion prallte dann auf den nächsten Vortragenden den Konzernkommunikationschef DACH von Unilever, Merlin Koene. Sein Ben & Jerry´s Vortrag war locker und professionell, wenn auch manchmal weit weg vom Thema „Campaigning“, hatte aber jedenfalls erhebliche Marketingerfolge beim Thema „Mitmachen“ vorzustellen. Die Posts und tweets allerdings waren gnadenlos und zeigten, dass „good feeling“ und „Konzern“ von den Konsumenten nur mehr zaghaft verknüpft werden. So mancher hätte sich sicherlich auch hier eine Kostprobe gewunschen. Aber schließlich gings ja nicht um Erlebnismarketing. 😉

Der Däne Rasmus Kleis Nielsen belegte, dass „Ground wars“ nicht „ground war“ bedeutet. Passion und Emotion sind also gut, müssen aber wohl gelenkt werden. Nordisch-kühl, slick und professionell brachte er einen detaillierten Einblick in die Kunst der grassroots-Bewegungen US-amerikanischen Wahlkämpfe. Auch wenn er selbst nicht sehr „nahe“ wirkte, so analysierte und verbeispielte Kleis Nielsen jedenfalls die Bedeutung des persönlichen Kontakts (als Form der Kampagnen-Kommunikation) in guten Beispielen.

Den begeisternden Endpunkt brachte dann einer, der quasi das Synoym für „Mitmachen“ wurde: Matt Harding. „Where the hell ist Matt?“ ein Hit mit 90 Mio. Views auf YouTube zeigt, dass man Menschen mit ganz simplen Methoden und einem Haufen Sympathie in den Knochen nur allzu gut bewegen kann.

Mit viel Mitmach-Emotion aufgeladen, geht mein Danke in jedem Fall an das Campaigning Bureau für einen sehr gelungenen Summit-Freitag.

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