Eine unbequeme Wahrheit

Facebook´s Timeline hat das Schlagwort “Storytelling” stark in die Köpfe der Menschen gebracht. Was hinter diesem Begriff steht, sind just jene, heute so attraktiven Werte, wie Authentizität, Einfachheit, Klarheit & Engagement. Sie stellen die Fundamente “großen Storytellings” dar.

Im Business wird das Thema Corporate Storytelling zur Zeit immer stärker gelebt – und zwar abseits der Managementmethode. Marketers beginnen ihre Rolle anders wahrzunehmen und finden Gefallen daran, Inhalte zu generieren und zu verbreiten. Sie wollen inspirieren und interne wie externe “Stakeholder” gewinnen/ begeistern.

All das läßt sich in zwei Facettierungen erkennen:

  1. Auf der einen Seite die Story derer, die die Geschäfte leiten – ihre Erfolge, wofür sie tatsächlich stehen und ihre Visionen.
  2. Und die Stories der Brands.

Beide Punkte sind heutzutage unabdingbar miteinander verknüpft und im Sinne einer durchgängigen Brand / Corporate und die Personal Story zu synchronisieren.

Ein immer wieder zitiertes und beliebtes Beispiel dafür ist die Marke “Innocent” – eine sympathische persönliche Background-Story der Gründerväter des Unternehmens und wie deren Idee, Smoothies zu produzieren entstand und sich in ein einträgliches Business verwandelte.

Man kann daraus ein paar Ratschläge ableiten, die ich natürlich nicht vorenthalten möchte:

  • Nutzenkommunikation, also Inhalte anbieten, die die Konsumenten, Wähler, Fans und Stakeholder abholen (Anmerk.: die schwierigste Aufgabe überhaupt)
  • Authentizität ist verpflichtend. Dazu ist es wichtig und richtig seine Wurzeln und seine Produktwelt zu kennen und zu kommunizieren.
  • Treue seinen Werten und Haltungen gegenüber
  • Klarheit über die Geschichte von der Vergangenheit in die “Vision”
  • Klarheit in den Aspekte die man mehr dramatisieren will
  • Positive und simple, klare Sprache mit der man sich identifizieren kann
  • Fachvokabeln und Jargon vermeiden. Bedingungslose Klarheit in der Botschaft.
  • Bildliche Sprache.

Wesentlich ist: Menschen brauchen Geschichten. Und wenn sie keine bekommen, verwandeln sie abstrakte Inhalte, die per se keine “Geschichten” sind, selbst in welche. Stories sind der Kleber für Assoziationen im Gehirn. Sie stimulieren und inspirieren. Sie verbreiten sich und bringen Menschen dazu konkret Handlungen zu setzen.

Von Fadisten zum Nobelpreisträger

Ein Beispiel der politischen Landschaft ist Bill Clinton´s Vize: Al Gore. Der heute bekannte und beliebte Redner in Sachen Klimawandel und Weltverbesserung, war noch anno 1999 ein langweiliger Faktenreiter. Unzählige Marktforschungen meldeten ihm das auch immer wieder zurück.

Anno 2007 änderte er seinen Zugang. Er lernte Botschaften in Kontexte und Emotionen zu verpacken und mittels “starker Geschichten auszuliefern”. In der endgültigen Konsequenz sogar im Rahmen eines Filmes, der sein Anliegen klarmachte. Und er bekam dafür die wohl höchste Auszeichnung eines Geschichtenerzählers in den USA: “An Inconvenient truth” gewann den Oscar und Gore in Folge auch den Friedensnobelpreis.

In einer Welt in der Powerpoint Folien im Business-Meetings den sicheren Schlaf der Zuhörer bescheren, stellen Bezüge und emotionale Verkettungen eine massive Veränderung dar. Wenn es allerdings darum geht Wesentliches, vielleicht auch Unbequemes ja sogar Verhaltensänderndes zu bewirken, so behaupte ich, stellt Storytelling die absolut einzige Option dar.

 

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