Geschichten im Web

Das Web beginnt sich mehr in Richtung „erzählende“, narrative Inhalte zu verändern. Viele glauben und sehen zur Zeit eher eine Destrukturierung und Fragmentierung und die 140-Zeichen-Erzählform als Antwort auf kürzer werdende Aufmerksamkeitsspannen. Dem ist nicht so, wenn man internationalen Experten glauben schenken mag.

Rezipienten und User entwickeln eine zunehmende Lust auf Lesestoff – auch im Web – ABER: nur wenn der Context stimmt. Natürlich wird man in der U-Bahn sitzend nicht die 6000-Wort-Beiträge eines interessanten Blogs verschlingen, sondern eher kurze newshafte Inhalte scannen. Das hat aber einzig mit der Tatsache zu tun, dass man hier nur schwer „bei der Sache“ bleiben kann.
Zu anderen Zeiten wiederum sind Webuser mehr gewillt sich mit Artikeln längeren Inhalts im Web auseinanderzusetzen. Die besten Erfahrungen hierbei macht man zur Zeit mit erzähltem Lesetoff. Eine Kultur, die aus der verstärkten Nutzung von Blogs als Infoquelle kommt und einen Schreibstil etabliert, der sehr nahe, persönlich und durchaus subjektiv ist.

Context und Design

In einem meiner letzten Beiträge habe ich vom Content Strategy Forum in London berichtet und den dort erschallten Aufruf vermittelt, man möge Webcontent für Leser/ user aufbereiten und nicht nur mit und für sich selbst intern evaluieren. Wesentlich in diesem Punkt ist das Design der Inhalte. Nicht immer ist der Leser gewillt multimedialen Content zu konsumieren, beispielsweise dann nicht, wenn er am Handy mit übler Datenverbindung unterwegs ist. (Hier gleich ein hilfreicher Link zur Karte Netzabdeckung mobiles Internet in A)
In diesem Fall freut sich der User über ein Angebot auf einer Website, dass z.B. „highlights only“ heißt und quasi eine Version der Artikel mit weniger und kleinerem Bildmaterial anbietet und Multimediainhalte optional verfügbar macht.

Leider auch ein Fluch im Hinblick auf Leserfreundlichkeit, sind die fetten, blinkenden und lärmenden Werbebanner auf den Sites. Warum nur?? Es ist hoch an der Zeit, werbliche Auftritte anzubieten die einerseits den Medien helfen „Ihr Geld“ zu verdienen, andererseits aber eine leserfreundliche Umgebung schaffen und nicht (ver-)stören.

Ein sehr hilfreiches Interview rund um neue Zugänge in der Aufbereitung von Inhalten und die zunehmende Verfügbarkeit von Daten in smarter Form fand ich letzten in einem Der Standard-Interview mit Shazna Nessa von Associated Press, die meinte: „Heutzutage sind datenbasierte Informationen überall greifbar, aber darin einen verständlichen Zugang zu komplexen aktuellen Themen zu finden, ist manchmal richtig schwer. Meine Arbeit konzentriert sich darauf, dem User den oft tief vergrabenen Kontext durch Visualisierungen zu erklären.“
Ein Credo, dass ich in meiner Agentur ACCEDO immer prädige, wenn Kunden zu komplexe Dinge sagen wollen und Daten dazu vorhanden sind, macht es für Presse und Rezipienten einfach und nutzt Infografiken. Auch so kann narrativer Inhalt designt sein.

Und die Zukunft?

„Social killed the Webpage Star“ las ich letztens in einem interessanten Blogpost und ja es stimmt, das Auftauchen von interaktiven und user-zentrierten Sites wird „statische“ web pages ablösen. Und sie waren bislang das Herz des Web. Erst gestern hatte ich mit zwei Kunden über dieses Thema diskutiert. Warum eine Webpage, wenn ich einen Blog mit Interaktion und Sharing-features haben kann? Warum Statik, wenn ich aktuelles „Erzählen“, kommentieren & interagieren und Mutlimedia verknüpfen kann?

Hier ein gutes und relevantes Interview von Jim Boulton von „Story Worldwide“ dazu:

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