Content Religion II: Social Information Management 2020

Nuri Nurbachsch philosophiert für the gap twenty twenty über das Informationsmanagement in einigen Jahren. Hier einige Passagen die ich für bedenkenswert halte…

„Social Information Management“ im Jahr 2020 

INFORMATION Also benutzen wir eine andere Definition, mit der ich auch gerne arbeite: für Menschen bedeutungsvolle Information [1], unabhängig von Kontext (was wohl auch Übertragbarkeit impliziert) [2].

Von (gefühlt) allen Seiten schallen Klagerufe über die „unbewältigbare Informationsflut“, „unüberschaubare Informationsexplosion“ oder „unnützes Inselwissen“. Sehr defizitär, finde ich. 9 Jahre in die Zukunft gedacht fallen mir dazu folgende Stichworte ein: Linked Data, Atemporalität, verbesserte Semantik und Semiotik, kooperatives Wissen und Informationsökonomie.

Zwei Wege, Teil 1
Im Jahr 2020 benutzen die Menschen, so hoffe ich, effizientere Werkzeuge um mit der Menge an verfügbaren Informationen umzugehen. Zwei Trends sind bereits jetzt sichtbar. Auf der technologischen Seite ist das die unterstützende künstliche Intelligenz.

Semantik und Semiotik
Bereist jetzt mühen sich Coder, Hacker, Designer, Entwickler aller Gangarten ab um  diversesten Systemen mehr „Menschlichkeit“ beizubringen. Das ist keine leichte Aufgabe. Wie soll ein Programm entscheiden können, was für mich relevant ist und was nicht?

Schlaue Köpfe setzen sich daher damit auseinander, wo Bedeutung für Menschen anfängt, wie sie in Sprache oder anderen digitalisierbaren Inhalten enthalten ist und, vor allem, wie ein Programm lernen kann diese Bedeutung zu erkennen. Dann muss das nur noch jemand coden.

Linked Data und Atemporalität
Diesen Bemühungen kommen zwei weitere Entwicklungen entgegen: unmanipulierte, verbundene Daten und eine Datensphäre mit mehr Koordinaten. Je mehr unmanipulierte Daten verfügbar sind und aus je mehr Vektoren diese Daten kommen, desto mehr Informationen können desto besser (sprich: empfängerrelevant) verarbeitet werden. …

Zwei Wege, Teil 2
Schön und gut, aber was bringt mir das in meiner Interaktion mit anderen Menschen? Optimale Überleitung zu Trend Nummer 2: Der soziale Filter.

Nun, den gab es eigentlich immer schon. Meine Umgebung beeinflusst meinen Input zu einem hohen Grad, egal ob ich das will oder nicht. So ist das nun mal, Freunde. Wir sind Herdentiere. Get over it. Allerdings erfährt der soziale Filter Dank moderner Kommunikationstechnologien einerseits eine Ausdehnung der Grenzen, andererseits auch eine Verstärkung.

Mehr ist nicht gleich zu viel
Mein Netzwerk beschränkt sich nicht mehr nur auf meinen Wohnort. Meine Umgebung kann (fast) die ganze Welt sein, wenn ich es möchte. Das heisst aber auch, dass aus der ganzen Welt Informationen auf mich einströmen. …

Denn, wie schon gesagt, es verstärken sich auch die Filterfunktion meiner sozialen Interaktionen. Zwar werde ich weiterhin Sachen posten und tweeten und droppen, die ausser mir niemanden interessieren, aber nur dort wo Interaktion entsteht, wo mein soziales Netzwerk mein Bits und Bytes liked oder +1-ed oder kommentiert, nur dort entsteht auch ein fortführender Prozess.

Im Jahr 2020 kann ich dabei schon so fluent mit meiner Technologie umgehen, dass meine sozialen Interaktionen dieser Art zunehmen und die Informationen für mich dadurch zusehends relevanter werden.

Zwei Wege werden zu einem Weg
Führt man also Trend 1 und Trend 2 zusammen – und hier nehme ich zumindest mal an, dass es in 9 Jahren zu weiterer Annäherung kommt – dann sieht man schon, dass „Social Information Management“ ein Klacks wird… äh, werden kann… öhm, werden könnte.

Ich kann mich 2020 auf mein soziales Netzwerk konzentrieren, während hilfreiche künstliche (Proto-)Intelligenzen dessen Output für mich verdaulich macht. Zwischenmenschliches muss nicht von Information erschlagen werden, auch muss ich mich davon nicht abwenden. Stattdessen kann ich Werkzeuge benutzen, die es mir erlauben eine tiefgehendere oder wenigstens für mich relevantere Art der Kommunikation zu anderen Menschen aufzubauen. Den schwarzmalerischen Unkenrufen über die Verrohung des Menschen durch Internet und Social Media kann ich nicht das geringste abgewinnen. Auch sehe ich keine zunehmende Komplexität, nur zunehmende Mengen. Und damit kann man umgehen.

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