Hilfe rund ums Thema „mobile Apps“

Juhu, ich habe eine App! Aber habe ich vorher auch wichtige Notwendigkeiten bedacht?
Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Monaten den Satz “Ich habe jetzt auch eine iPhone-App” gehört habe. Ich zähle mittlerweile nicht mehr mit. Aber eines ist größtenteils ident: Kaum jemand hat sich VORHER überlegt, was die anzusprechende Zielgruppe (auch Kunden genannt) überhaupt braucht.

Oder dass die App in die Kommunikation des Unternehmens eingebettet werden muss. Oder dass vorher Verantwortlichkeiten verteilt gehören. Oder, oder, oder. Die Liste ließe sich noch länger fortführen.
Dabei wäre vieles ziemlich “simpel”, wenn man sich schon vorher ein paar Punkte durch den Kopf gehen lassen würde, um nachher nicht vor vollendeten Tatsachen zu stehen. Und vielleicht den einen oder anderen Euro unnötig versenkt zu haben. Heilen ist bekanntlich immer teurer und aufwendiger als die Obsorge vorweg.  Ich empfehle folgende Überlegungen vorher anzustellen:

• Machen Sie zu aller-aller-allererst Ihre Hausaufgaben und erstellen Sie ein Pflichtenheft. Eine App ist ein Projekt. Konkreter formuliert: ein Software-Projekt. Je besser Sie sich vorbereiten und vorher wissen, was Ihre Kunden brauchen, umso effizienter kann die App erstellt werden. Umso zielgenauer können die Kunden erreicht werden. Umso besser wird die App werden. Umso zufriedenere App-Anwender werden das Ergebnis sein,. Umso länger wird die App am Smartphone überleben – oder überhaupt einmal den Weg aufs Gerät schaffen.

• Eine App ist keine Befriedigung eigener Befindlichkeiten oder des Muss-ich-auch-haben, sondern ein Produkt, ein Service für Kunden. Für IHRE Kunden. Passt die App nicht für die Kunden, so wird’s kontraproduktiv. Wenn Ihre Kunden kein iPhone haben, so wird eine iPhone-App keinen Erfolg bringen. Eher im Gegenteil. Das kann ich aus Eigenerfahrung deponieren.

• Sie müssen nicht alles alleine machen. Lassen Sie sich von Experten helfen. Von wahren Experten, die auch eine Referenzliste vorweisen können. Von Leuten, welche die Apps-Welt im sprichwörtlichen kleinen Finger haben. Holen Sie sich bei Bedarf ergänzend eine unabhängige Meinung ein. Von Leuten, die Ihnen nichts verkaufen, sondern ausschließlich begleitend helfen wollen.

• Eine App ist wie schon einleitend erwähnt ein Projekt. Ein Projekt mit vielen “Baustellen”. Eine App gehört in die Kommunikation eines Unternehmens eingebunden. Eine App kann viele Anknüpfungspunkte zu Social Media haben. Eine App kann massives Feedback von Ihren Kunden produzieren. Eine App wird in den diversen App Stores bewertet – positiv und negativ. Eine App wird von zahlreichen Blogs und Foren beurteilt. Das gilt es unbedingt zu beachten. Es gehören vorher die Verantwortlichkeiten und Abläufe festgelegt. Fürs komplette Unternehmen und nicht nur für Einzelakteure. Der Positiv-Negativ-Ausschlag der Bewertung der App ist nicht so entscheidend wie die Reaktionen darauf. Und welcher Geschwindigkeit diese passieren.

• Bevor eine App auf die Kunden “losgelassen” wird, gehört sie ausgiebig getestet. Auf unterschiedlichen Geräten und unter verschiedensten Bedingungen. Sieht die App auch im Querformat noch optisch ansprechend aus? Wie verhält sich die App, wenn kein Zugang zum Internet besteht? Was passiert, wenn mal am Smartphone kein schneller Prozessor zur Verfügung steht? Wie sieht die App auf hoch- und weniger auslösenden Bildschirmen aus? Wie ist die App von den Kunden bedienbar? Wie sieht ein komplett Aussenstehender die App? Und, und, und …

• Scheuen Sie sich nicht zum Start einen Beta-Test mit der App zu machen. Laden Sie ein paar Ihrer Kunden ein, die App vorweg auszuprobieren. Gemeinsam mit externen Profis. Gemeinsam mit Leuten aus Ihrem Unternehmen. Versehen mit einer kleinen Belohnung als Anreiz. Lassen sie dieses wertvolle Feedback in die Entwicklung einfließen. Verzichten Sie nicht darauf!

• “Wir haben eine App. Das wusste ich gar nicht”. Erzählen Sie nicht nur Ihren Kunden, sondern auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihres Unternehmens davon. Erfragen Sie deren Erfahrungen damit – von intern und von extern.

• Beschreiben Sie Ihre App. Machen Sie eine Kurzanleitung mit Screenshots. Bieten Sie Hilfestellungen, damit die App es überhaupt aufs Smartphone schafft. Stellen Sie Direktlinks und QR-Codes bereit. Schulen Sie alle betroffenen Personen.

• Eine App ist keine Einmalaktion. Eine App lebt und gehört permanent begleitet. Vorschläge von Kunden gehören eingebaut. Unzulänglichkeiten müssen sofort ausgemerzt werden. Eine App muss topaktuell sein. Eine nicht aktuelle App wird ihren Kunden nicht taugen und negative Emotionen sorgen.

Wenn Sie diese Punkte – und noch ein paar andere davon – beachten, dann sind Sie vielleicht Ihren Marktbegleitern schon einen Riesenschritt voraus. Und Ihre Kunden werden noch zufriedener 

von Helmut Hackl
digitalermobilist.at
mail@pocket.at

Mein bloggistes Danke an Helmut Hackl für diesen Blogbeitrag. 

Zur Person Helmut Hackl

Seit 25 Jahren Journalist im Bereich IT & Internet & Telekommunikation. Seit 2000 Herausgeber von pocket.at – mobile Möglichkeiten mit Smartphones und Tablets. Mobiler Pionier. Digitaler Mobilist. Geräte- & App-Tester. Blogger & Microblogger. Content-Producer. Konsument.

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