ACCEDO Salon:Brigardier a.D. Karner zur Wehrpflicht

Der erste ACCEDO-Salon des neuen Jahres öffnete gestern seine Pforten – mit Militär- und Sicherheitsexperten Gerald Karner, der zur aktuellen Wehrpflichtsdiskussion Stellung bezog.

„Friedensstiftende Einsätze unterstützen“

Schon seit einigen Jahren karenziert und als Unternehmensberater tätig, ist der Brigadier a.D. ein profunder Kenner des österreichischen Bundesheeres.

„Niemand schreibt uns ein Wehrsystem vor“, erklärt er dem Salon-Publikum, auch die Europäische Union gebe keine Zwänge vor. Werden jedoch gemeinsam mit EU-Truppen friedensstiftende Einsätze im Ausland unterstützt, so müsse zumindest ein Teil des Kaders sowie dessen Ausrüstung „NATO-Normen entsprechen“. Es stelle sich nun die Frage, wie dies „am effizientesten zu erreichen“ sei.

Welche Aufgaben hat nun ein Bundesheer in einem kleinen Land wie Österreich? Die Rahmenbedingungen veränderten sich, so der ehemalige Leiter der Abteilung Militärstrategie im Verteidigungsministeriums. Der Paradigmenwechsel benötige „andere Streitkräfte“. So sei etwa die „Beteiligung an multinationalen Solidareinsätzen“ enorm wichtig für die Sicherheit des Landes, was allerdings neue Strukturen und Budgetverteilungen notwendig mache. Es gebe des weiteren „heutzutage keine einzige Bedrohung, die auf nationaler Ebene gelöst werden kann“, so der Literaturfan und Liebhaber französischer Küche.

„Mit hochqualitativem Berufsheer steigt dessen Ansehen“

Karner, ein klarer Befürworter eines Berufsheeres, sieht in dessen Aufbau eine wichtige Chance, dieses Ziel zu erreichen. Denn mit einem hochqualitativen Berufsheer, gutem Equipment und realistischen Aufstiegschancen für das Personal steige das Ansehen des Bundesheers – im In- und Ausland. Offen sei hier die Diskussion rund um die Zivildiener, für die er sich eine Lösung mit fairer Entlohnung wünscht. Für ein eigenes Volksbegehren, wie es Hannes Androsch dieser Tage mit seinem Bildungsvolksbegehren vorlebt und das Gerald Karner unterschreiben wird, sei seiner Meinung nach das „Thema noch nicht ausreichend diskutiert“.

Was er aber tun würde, wenn er einen Tag lang Bundeskanzler wäre? „Die Wehrpflicht abschaffen“, so Karner im Word-Rap

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