Wikileaks – Demokratie im täglichen Gespräch

die Enthüllungen von Wikileaks schlagen hohe Wellen. Was soll und darf man tun? Wer steht hinter diesen Publikationen? Welche Absichten hegt Assange wirklich? Wie glaubwürdig ist die angebliche Vergewaltigung deretwegen er hinter Gitter soll?

Tagtäglich hört man viele Stimmen dazu. Menschen mit gesundem politischen Verständnis versuchen ein passendes Wertesystem zu finden, in das sich die „Freigabe“ von geheimen Informationen einreihen läßt. Das ist nicht leicht, bis schier unmöglich. Assange ist ein Mensch – wie wir alle – mit Sichtweisen und Einstellungen. Und ebendiese haben ihn dazu geführt eine solch radikale Plattform zu schaffen, wie Wikileaks. Und es ist, wie der Web-Theoretiker Geert Lovink sagt, eine „single person organization“, und daher direkt von den Ansichten und Haltungen des Gründers beeinflusst, der selbst nun wiederum danach trachtet, die Welt nachhaltig zu „verändern“. Allerdings bleibt die Frage: In welche Richtung? Mit welcher Absicht?

Assanges´Veröffentlichungen werfen Fragen auf…

  • soll man geheime Dokumente tatsächlich publizieren? 
    Ja, sicherlich gefährden sensible Informationen in den falschen Händen möglicherweise sogar Menschenleben, aber Fakt ist, diese Informationen kursieren und sie belegen, dass Freunde keine Freunde sind und die Außendarstellung vieler Staaten nicht einmal so ausgefeilt ist, wie ein potemkinsches Dorf
  • soll eine Person die geheime Daten an die Öffentlichkeit bringt, dafür bestraft werden?
    Es ist ja nicht so, als würden diese Informationen nicht bestehen, nur weil man Assange einsperrt oder er sie nicht veröffentlicht… Es ist aber tatsächlich eine nicht alltägliche und gnadenlos demokratieverliebte Haltung die Assange an den Tag legt. Sie bringt scheinbar „politisches Chaos“ schafft aber keine Lösungen …

„Hier ist nun die Wahrheit, die Sie frei machen wird. (…) Und angesichts dieses Gefühls Segensworte zu sprechen für die Profite und Propheten der Wahrheit, für die Befreier und Märtyrer der Wahrheit, für die Voltaires, Galileos und Principias der Wahrheit, für die Gutenbergs, Marconis und Internets der Wahrheit, für die Serienmörder der Täuschung, jene brutalen, getriebenen und besessenen Bergleute der Wirklichkeit, die jedes vermoderte Gebäude zerschmettern, zerschmettern, zerschmettern, bis alles in Ruinen liegt, für die Saat des Neuen.“ Julian Assange, letzter Eintrag in seinem Blog iq.org, 29. August 2007

  • Welche Möglichkeiten hat der einzelne Bürger nun anhand dieser Informationen?
    Eigentlich traurigerweise keine. Gewählte Volksvertreter schaffen „für uns“ das nötige sichere Umfeld, in dem wir mehr oder weniger wohl leben können. Vielen gefällt nicht, dass Julian Assange nun wegen Vergewaltigung gesucht wird, da sie dies für eine „Finte“ halten, die einfach einen unangenehmen Unruhestifter von der Bühne holen soll. Oder wird man ihn los, wenn man seine Server stilllegt und kann man all das mit einer Facebook Fanpage verändern? http://www.facebook.com/?ref=logo#!/pages/Boycott-Amazon-for-Dumping-Wikileaks/174975139187861 
    Die Antwort ist „nein“. Und was uns an diesem Punkt der Diskussion unendlich traurig macht, ist die Tatsache, dass wir schier gar nichts tun können! Wir sind gezwungen zu zusehen, wie MAN für uns Bürger das „Problem Wikileaks“ unter dem Siegel der „allgemeinen Sicherheit“ löst.

Mehr dazu in einer Art Manifest des New Yorker zur Person Julian Assange… http://www.newyorker.com/reporting/2010/06/07/100607fa_fact_khatchadourian

Irgendwie häufen sich die Beseitigungen von Unruhestiftern in der letzten Zeit bedenklich. Ich erinnere z.B. an Anna Politkowskaja.

Für alle die darüber lieber lachen wollen: http://www.thedailyshow.com/watch/tue-november-30-2010/the-informant

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