Ergo-ismus

Wer, so wie ich am Kabel und Sat hängt, hat sicherlich auf deutschen Kanälen den Werbedruck des Versicherers ERGO mitbekommen. Der geballten Buchungsladung von Spots kann man sich nur schwer entziehen und so kam es, dass auch „Die Zeit“ diese Ergo-Spots kommentierte (N° 38; S49). 

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und höchst subjektiv, aber wenn man die Spots sieht, fühlt man sich irgendwie abgeholt.

Ohne so wie „Die Zeit“ auf das Styling einzugehen, ist die getroffene Aussage eine höchst treffende: „Versicherungen! Was ist eigentlich schiefgelaufen zwischen uns?“ Ein Satz der vielen aus der Seele spricht. „Das Leben ist schon kompliziert genug. Man will nicht verunsichert werden. Man will versichert werden!

Das „Zeit“-Gemotze über einen „Bewußtseinswandel“ der Kreativwirtschaft, der zum Fremdschämen einlädt, kann ich wirklich nicht teilen. Denn wer sich mit dem auseinandersetzt, was Versicherungen einem so angedeihen lassen, der hat definitiv das Gefühl, dass zwischen „denen“ und „uns“ eine Kluft herrscht.

Ob es Privatkrankenversicherungen sind, bei denen man massiv hohe Prämien bezahlt, aber wenn dennoch beim Spitalsaufenthalt Geld auf den Tisch blättern muss.

Ob es Safety-Card Produkte für Autoversicherungen sind, wo ein Chip ins Auto eingebaut wird, der der Versicherung helfen soll, dich besser zu vertreten, eigentlich aber dazu dient festzustellen, ob man nicht permanenter Schnellfahrer und somit „Risikokunde“ ist.

Ich kann da – auch wenn es bei ERGO kein bißchen anders sein wird- die Botschaft in der Ergo-Werbung nur als ausgesprochen positiv aufnehmen.

Und finde gar nichts dabei, dass man „den mündigen Konsumenten“ auch mal in der Werbung zeigt. Dies führt nämlich vielen vor Augen, dass sie (jedenfalls in Europa) „eine Wahl haben“. Liebe „Zeit“ aus meiner Sicht ist weder diese „Werbung bösartig“, noch wird der „mündige Konsument am Höhepunkt seiner Verblendung vorgeführt“. Eher läßt sich hier der redkationell einlobbiierte Ärger anderer Versicherer und guter Anzeigenkunden spüren.
Ich finde als Versicherungskunde darf man sich schon ein bißchen E(r)goismus leisten.

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