blood phones

Apple steht wiedermal in der Kritik. Beim iPad gab’s Lieferverzögerungen. Das iPad läuft mit einer alten OS-Version. Und das neue iPhone4 hat diverse technische Mängel, wie beispielsweise Empfangsprobleme. Lakonischer Kommentar meinerseits: Man muss schon wissen, wie man sein iPhone4 hält, um Empfang zu haben. (*Der Fehler liegt an der im Alurahmen eingebauten Antenne, deren Empfang – kaum hält man das Handy in der Hand – nicht mehr gewährleistet ist*)

Verschärfend kommen die schrecklichen Ereignisse beim iPhone-Bauer „Foxconn“ hinzu: Nach einer Selbstmordserie unter den Angestellten in chinesischen Werken wegen schlechter Arbeitsbedingungen, wurde dieses Unternehmen, von dem bislang keiner sprach, plötzlich ein Thema in den Medien. Als ob das etwas besser machen würde, entschied Foxconn, einen Teil der Produktion aus China abzuziehen – und vergitterte die Fenster der Produktion, um zu verhindern, dass Mitarbeitern aus selbigen springen. Es geht aber dennoch mit der medialen Beobachtung weiter, denn nun sorgen Berichte um Zwangspraktika von hunderttausenden Berufsschülern für erneuten Ärger.

Keine ach so gute und sicherlich eine gänzlich ungewohnte Medienumwelt für Apple. Eine ganz und gar nicht rosarote Welt! Und es trifft einen Konzern, der wie viele andere auch, Wert auf sozial und ökologisch verantwortungsvolles Unternehmertum legt und seit Jahren versucht, seinen Produkten einen „Heile-Welt-Touch“ zu geben. http://www.apple.com/supplierresponsibility/

Diese Geschichte findet aber noch eine grausame weitere Fortsetzung.

IT, Telefone, Handys & Co. bestehen aus Rohstoffen, die aus Regionen oft vom afrikanischen Kontinent stammen. Der Kongo ist hier im Zentrum. Ein Kriegsgebiet, das auf der steten Suche nach Geldern, um die Kämpfe weiterzuführen, vor massivster Ausbeutung nicht zurückschreckt.

Für NGOs und Konsumenten eine undurchsichtige Geschichte, wer hier sozial falsch handelt! Denn die Unternehmen, wie Apple haben eine gestaffelte, kaskadenähnliche Kette an Zulieferern, die eine Rückverfolgung wahrlich schwierig macht. Eines ist klar: Die Bedingungen unter denen die betreffenden Rohstoffe gewonnen werden, sind alles andere als fair und sozial gerecht. Es beginnt sich in Medienkreisen bereits der Terminus „blood phones“ – abgeleitet von “ blood diamonds“ – zu etablieren.

Die Organisation Raise hope for Kongo http://www.raisehopeforcongo.org/ nimmt sich dieser schrecklichen  Thematik an und versucht u.a. mit Aufklärungsvideos Bewußtseinsbildung zu schaffen. 

Dass dies gut gelingt, zeigt sich an Beiträge in diversen Medien

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Sind-AppleHandys-die-neuen-Blutdiamanten/story/13935862

oder

http://www.nytimes.com/2010/06/27/opinion/27kristof.html?_r=1

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