Die portable Identität und „Earned media“

Ein kleines Märchen vom Niedergang der Destinationssites und dem Aufstieg der „portablen“ Identität.

Wer hat sie von uns nicht? Die Listen mit Passwörtern aller Sites, Portale, Plattformen auf denen man sich Tag für Tag registriert und die man laufend nutzt. Ein wenig lästig und tatsächlich mühsam. Aber wir befinden uns im Zeitalter der „sozialen Kolonisation“, wie Forrester das so treffend bezeichnet, und da ist diese eigene Identität im Netz unabdingbar! Ähnlich, wie Jahrhunderte zuvor Kontinente erobert und unterworfen, besiedelt, bekehrt, u.a. wurden, geht es nun darum „Länder mit registrierten Nutzern“ zu „erobern“!

 

Alles, was wir zur Zeit im Netz zur Zeit erleben ist fragmentiert und partikulär und erscheint und daher recht mühsam: User bauen laufend neue Netzwerke auf, anstatt Bestehende übernehmen zu können; sie sind auf immer mehr Sites mit immer mehr Registrierungen angemeldet. Wie schön wäre da die eine, sichere, universelle Identität? Ein Traum? Nein, eine Realität!

“ A simple set of technologies that enable a portable identity will soon empower consumers to bring their identities with them — transforming marketing, eCommerce, CRM, and advertising.” (Jeremiah Owyang,    http://www.forrester.com/Research/Document/Excerpt/0,7211,46970,00.html )

Zur großen Frucht vieler (darunter auch Google) strebt Facebook eine massive Dominanzposition im Web an. Egal ob, Open ID, Google ID, My Space ID,… und Facebook Connect – der Wettlauf um die „portable Identität“ hat längst begonnen.
Doch warum ist das ein erwähnenswertes Thema in meinem Blog? Tja, es geht simpel um die Web-Dominanz der kommenden Jahre und um „owning the user“. Und hierbei hat Facebook eine wahrlich kolonialistische Ausbreitung! Fragen sie heute Jugendliche, so haben diese teilweise nicht einmal mehr eMail-Adressen. „Ich hab ohnehin mein Facebook Profil! Wozu eine eMail-Adresse!“

Die Online-Dominanz anzustreben, ist in Zahlen ausgedrückt eine nur allzu nachvollziehbare Strategie, denn:

  • die Masse: 200 Mio. aktive User, davon sind 100 Mio. täglich eingeloggt
  • Facebook fokussiert „Suche“ und setzt darauf, dass User a la long über das Netzwerk und nicht mehr über Google suchen
  • Werbung kann gezielt individueller werden, denn es gibt ja eine Menge Profilinformationen
  • „Connection Tools“ machen die eigene Site (also z.B. Facebook) zur Schnittstelle zwischen Netzwerk und anderen Sites

“Unfortunately, digital marketing is still wired for the destination web era. To succeed going forward we have to change our thinking. „Earned media“ through direct public engagement in the venues where our consumers spend time will become the only way to truly influence a behavior change.” (Steve Rubel)

Was kann z.B. Facebook Connect?

  • Single sign-on – einfache Verwaltung von Logins
  • 1-click-Login – easy Registrierung auf neuen Sites
  • Dynamisches Privacy Tool – Nutzer bestimmen, was sie anderswo preisgeben wollen
  • Social Distribution – User können ihr Netzwerk überall hin mitnehmen und einfach Informationen über ihren Newsfeed teilen

Und wozu das Ganze?

Sollen Sie also darüber nachdenken, User einzubinden, so

  • verringert Facebook Connect die Registrierungshürden.
  • der Nutzer bringt seine Identität mit (je nach Privacy Freigabe, also Basisinfos sowie Profilbilder, Freunde, Fotos, uvm.).
  • das Engagement erhöht sich, weil man dem Nutzer personalisierte und für ihn relevante Infos anbieten kann (z.B. Reviews von Freunden, comments,…). Zudem können User Informationen und Aktionen in ihrem Newsfeed mit Freunden teilen und ihr Engagement mit Marken/ Unternehmen so viral verbreiten.

Ein kleines Beispiel zu Veranschaulichung: bild.de

Schritt 1 – Kommentar

 Schritt 2 Facebook Einstieg

Schritt 3 Facebook Connect

Viel Spass beim Überdenken ihrer user engagement Ansätze!

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