Journalist zu kaufen! Und Internet für den Friedensnobelpreis 2010!

Es geht lustig voran, nicht nur das bereits späte Jahr, sondern auch die doch unterhaltenden bis skurrilen Diskussionen rund um den Einfluss von Internet auf unsere Gesellschaft. Hier zwei neue Highlights!

Mein Gott, wie oft führt man nicht den Verfall des Journalismus in Zeiten des Internet. Rupert Murdoch lehnt sich gegen Google auf und man hat den Eindruck, die alte Welt rebelliert gegen eine „neue Welt“.

Um all diesen Diskussionen zu entgehen, gibt es auf http://www.spot.us/ eine ganz interessante Herangehensweise an Journalismus und den „Freedom of speech“:  Leser finanzieren Journalisten. “Community funded reporting” heißt diese Idee!
Wer beispielsweise wissen will, warum seine örtliche Verwaltung so viel Geld für offensichtlichen Unfug ausgibt und ob sie damit nicht möglicherweise Gelder verschwendet, der kann sich auf diesem Portal Mitfinanziers suchen.

Kommen genug Interessierte zusammen, kümmern sich Journalisten um das Thema. Sie recherchieren es und schreiben es nieder. Das Ergebnis steht unter Creative Commons-Lizenz, darf damit von jedermann verbreitet werden.

Spenden kann jeder, jede x-beliebige Summe. Kauft hinterher ein Verlag die Geschichte exklusiv, so kommen die Spenden zurück.

Sicher kein Modell, um großen Zeitungen das Überleben zu sichern. Aber ein „glatter Beweis“ dafür, dass das Internet auch in scheinbar bedrohten Branchen völlig neue und interessante Aspekte schafft.

„Internet“ erhält den Friedensnobelpreis 2010

Das jedenfalls wünschen sich einige italienische Techie-Journalisten. All jenen, die darin ebenfalls etwas Größeres verspüren, kann die Initiative von „Wired“ den Weg weisen: Die italienische Ausgabe des Magazins will das Internet für den Friedensnobelpreis vorschlagen: http://www.wired.com/underwire/2009/11/internet-for-peace-nobel/.

Nachdem das Netz bislang eher für Kinderpornografie, den oben skizzierten vielleicht-doch-nicht-Untergang des Qualitätsjournalismus und andere irritierende Dinge verantwortlich gemacht wird, will „Wired“ jetzt die positiven Seiten hervorkehren:
Das Internet sei eine nicht zu unterschätzende internationale Friedenskraft, lautet die Begründung. Nicht so falsch, denkt man an die Wahlen im Iran, o.ä.
Das Magazin startete die Kampagne und will das Internet auf die Liste der Nominierten für den Friedensnobelpreis 2010 hieven. Wer sich beteiligen will: Einfach registrieren und unter die prominenten Unterzeichnern reihen: Giorgio Armani und Shirin Ebadi (Gewinnerin des Friedensnobelpreises 2003).

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s